Die überzeugte Optimistin

80 – das ist die Zahl an Bewerbungen, die ich im letzten Jahr verschickt habe. Genau zwei Vorstellungsgespräche sprangen dabei heraus. Und das Schlimmste? Ich habe mir den Einstieg ins Arbeitsleben viel einfacher vorgestellt. Die Optimistin, die davon überzeugt war, immer alles zu schaffen, wenn man es nur unbedingt will, ist gescheitert. Was soll’s?

Da habe ich in meinem letzten Blogbeitrag doch so schön über das positive Denken geredet und dennoch treffen mich falsche Entscheidungen und gescheiterte Situation immer noch hart. Ich bin ein sehr enthusiastischer Mensch und liebe es, mich für viele Dinge zu begeistern. Dabei war ich auch immer fest davon überzeugt: Wenn man es nur probiert und wirklich will, klappt alles.
Jaaaa, so war es dann doch nicht ganz. Als ich im August anfing, mich auf Einstiegsjobs nach dem Studium zu bewerben, war ich mich sicher: Mit meinem innovativen und breiten Studium, das ich auch wirklich gut abgeschlossen hatte, werde ich locker einen Job finden. Einen Job, in dem ich viel Geld verdiene und das machen kann, was mir Spaß macht.

Das klingt sehr selbstsicher und optimistisch. Vor allem aber war ich motiviert. Ich dachte mir sämtliche Möglichkeiten aus, wie ich mit meinem Motivationsschreiben hervorstechen könnte oder meinen Lebenslauf spannender gestalten könnte. Aber das alles führte anfangs zu nichts und langsam rückte mein Abschluss näher und mit ihm meine Beendigung der Werkstudenten-Tätigkeit. Der Druck stieg. Sollte ich keinen Job nach meinem Studium finden, könnte ich meine Miete in München nicht bezahlen. Ich habe mir das doch so viel einfacher vorgestellt.

Ich schrieb viele Redaktionen an, bewarb mich als Assistentin, Volontärin und Jung-Redakteurin. Auch meine Kontakte in der Verlagsbranche sprach ich an. Aber keine Chance. In der Corona-Zeit wurde es nahezu unmöglich, im Bereich Redaktion einzusteigen. Die Jobs waren schon immer hart umkämpft und die aktuelle Lage hat das nicht gerade besser gemacht.

Photo by Thought Catalog on Unsplash

Den Weg wechseln und weitergehen

Meine Freunde sagen immer: Du bekommst doch immer das, was du willst!
Das stimmt leider nicht, auch wenn es manchmal so wirkt. Dennoch bin ich meistens nach dem gleichen Schema vorgegangen und das hat mir tatsächlich oft geholfen, meine Vorstellungen und Wünsche zu erfüllen. Der Trick dabei ist:

Wenn Plan A nicht funktioniert, dann fahr ich Plan B. Wenn Plan B auch nicht funktioniert, dann fahre ich Plan C und so weiter. Das Wichtigste dabei ist, auch das Ziel etwas anzupassen, den Kern jedoch gleich zu lassen.

Maria Pina Iavazzi, Writer

Ich will es euch an meinem Beispiel erklären:
Plan A war direkt in der Redaktion einzusteigen. Dabei war das Ziel für ein Print- oder Onlinemagazin zu arbeiten. Der Kern ist Texte zu erstellen, die Menschen berühren, überzeugen und unterhalten. Wie wir wissen, bin ich gescheitert. Also auf zu…
Plan B. Der Kern, das kreative Texten, bleibt gleich. Das Ziel passt sich leicht an: Aus reiner Redaktionsarbeit wird jetzt ein Mix aus Web-Texte, Pressearbeit und Social Media. Plan B bedeutet dann also, in eine Kommunikationsabteilung einer Firma zu arbeiten.
Plan C: Wenn Plan B auch nicht funktioniert hat, kommt Plan C ins Spiel. Der Kern, das Texteverfassen und dabei kreativ zu sein, bleibt gleich. Das Ziel hat sich jedoch verändert. Das Ziel ist nun Copywriting (kommerzielles Texten) in einer Branche, mit der ich mich identifizieren kann. Der Plan C demnach: In einer gut laufenden Firma als Copywriter einsteigen.

Was bringt mir das? Immerhin habe ich mein großes Ziel ja nicht wirklich erreicht. Das stimmt! Aber der Kern ist immer gleich geblieben und ich kann somit Erfahrungen im Textbereich sammeln und jeder Zeit zwischen den Berufszielen hin und her wechseln. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht nur ein Weg zum großen Traumjob führt und dass sich Offenheit sowie verschiedene Erfahrungen ebenfalls gut anfühlen können.
Außerdem: Einer der Pläne funktioniert immer.

Ich bin eine überzeugte Optimistin und hab es mit Plan A leider nicht geschafft. Aber wisst Ihr was? So schlimm ist es gar nicht. Ich habe mir nämlich schon längst Plan B zurechtgelegt. Genauso enthusiastisch, motiviert und vielleicht ein bisschen verträumt, aber ich werde nicht damit aufhören nach den Sternen zu greifen. Wer weiß, vielleicht ist genau das der richtige Weg, um das zu erreichen, was andere für nicht machbar halten.

©Headerbild: Photo by Kevin Schmid on Unsplash

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: