Runter mit dem Make-up — Rauf mit dem Rucksack!

Ich hätte nie gedachte, dass ich so etwas einmal sagen würde. Aber ja: Das Make-up bleibt für mich diesen Urlaub Zuhause! Es geht nämlich als Backpacker nach Vietnam und da muss man das Geschleppe ganz schön reduzieren. Lange habe ich überlegt und mich gefragt: Bist du für so einen Urlaub gemacht? Schlafsäle, keine Zweibettzimmer, keinen großen Koffer, lediglich ein Rucksack. Keine edlen Abendkleider, nur ein paar dünne Strandkleider und keine High-Heels – dafür Wanderschuhe. Kurz gesagt, anstatt chic und luxuriös lautet das Motto: unkompliziert und praktisch.
Nur die Route wird durchdacht und interessante Sehenswürdigkeiten werden herausgesucht. Der Rest läuft dann relativ spontan ab. Für mich ganz schön ungewohnt. Aber genau deshalb habe ich mich dafür entschieden, dieser ganzen Sicherheit und dem Alltag kurzzeitig zu entfliehen. Man nennt das Freiheit. Menschenrechte beruhen geradezu darauf und immer wieder ist Freiheit ein Zeichen von Wohlergehen. Wieso aber bereitet mir diese Freiheit einen flauen Magen?

Weil es Vertrauen und vor allem Spontanität bedeutet. Genau diese Eigenschaften verlernen wir oft im Alltag, denn dort ist alles durchgeplant, durchgestylt und so gut wie möglich abgesichert. Dank der ständigen Absicherung sind wir auf spontane Momente weniger gut vorbereitet und lassen uns davon umso tiefer herunterziehen. Unsicherheit und Verschlossenheit sowie Voreingenommenheit breiten sich immer weiter aus. Und noch schlimmer: Unbekanntes macht uns Angst. Unwissentlich entwickelt sich in uns eine Abneigung gegenüber Fremden, angekurbelt von der Angst und lässt uns oft zu etwas werden, das wir nicht sein wollen. Ich habe weder eine medizinische noch eine psychologische Ausbildung, aber ich bin davon überzeugt, dass man sich durch Ängste unbewusst sein eigenes Gefängnis baut. Denn man gewöhnt sich an das „unfrei sein“ und findet das „frei sein“ gefährlich und anomal.

Hier ein kleines Beispiel aus meinem Leben:
Als ich meinen Verwandten erzählte, dass ich nach Vietnam fliegen werde, hielt sich ihre Begeisterung in Grenzen. Sie verstanden nicht, warum ich schon wieder raus aus Europa möchte und warum genau Vietnam, das verstanden sie erst recht nicht. So viele Ängste sprudelten aus ihnen heraus, ohne dass es ihnen bewusst war. Die Angst vor dem weiten Flug, die Erinnerungen an den grausamen Krieg, die Angst vor Naturkatastrophen, vor verrückten Menschen und, und, und… Ich argumentierte immer: Das kann mir in Deutschland auch passieren – der Standardsatz. Dennoch macht es für sie einen großen Unterschied, denn Vietnam ist ihnen fremd und ihre selbst errichteten Gitterstäbe, geben ihnen nur eine Sicherheit bis Südeuropa. Weiter hinaus befindet sich nur unbekanntes, gefährliches Terrain.

Sicherheit ist an sich etwas Gutes. Doch es war noch nie gut, vor lauter positiven Emotionen wie Liebe und Sicherheit, den Weitblick zu verlieren. Für uns sind soweit alle (uns bewussten) emotionalen Bedürfnisse gestillt. Warum also über den Tellerrand schauen? Weil das Leben so viel mehr zu bieten hat!
Diese Tendenz habe ich auch bei mir bemerkt und mich entschieden, dagegen anzugehen. Ich werde mir nicht mein eigenes Gefängnis bauen und den Reiz am Leben verlieren. Als Backpacker durch Vietnam zu reisen, ist für mich ein kleiner Anfang.

Mein Fazit:
Mehr Lockerheit und Offenheit können einem viel erleichtern und steuern zu einem harmonischen Zusammenleben bei. Angst vor dem Unbekannten wirkt dem negativ entgegen.
Wie soll man mit vielen verschiedenen Mentalitäten, Sitten und Charakteren friedvoll zusammenleben, wenn einem das Gegenüber Angst macht?

xo Maria

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